Teutschenthal_Wasserturm_1 Teutschenthal_Wasserturm_2

Wie ein Rapunzelturm steht der Wasserturm des Schlosses Teutschenthal allein auf der Hangkante und erweckt durch seine Gestalt verschiedenste Assoziationen. Aus der Ferne mag er so wirken, als befände sich hier oben eine Burg, aus der Nähe erinnert er durch seinen Treppenturm eher an einen Aussichtsturm. Zwischen Saale und Harz finden sich aber gleich mehrfach Wassertürme, die so gestaltet sind wie Bergfriede. In Zscheiplitz könnte man immerhin auf die einstige Existenz einer Burg im Ort verweisen, dort – wie auch in Gleina – erbaute man einen Wasserturm in der Gestalt des runden Bergfriedes der Burg Saaleck. Dass es sich im Fall von Teutschenthal aber nicht um einen umgenutzten alten Turm handelt, wie es etwa bei der Merseburger Ruine der Kirche St. Sixti der Fall war, bei der man den Kirchturm zum Wasserturm umbaute, erkennt man schon an der sehr sauberen Fugung, die das jüngere Alter verrät. Auffällig ist auch seine Gestaltung als Doppelturm, die bei einem Bergfried eigentlich unnötig wäre, da bei diesen der Treppenaufgang innen ist. Er ist also ein Werk des Historismus und Teil der Idee, selbst mit einem Funktionsbau der Landschaft etwas zu geben, dass sich die Menschen in ihren Märchen und Sagen ausgemalt haben. Er garantierte die Versorgung des hochgelegenen Schlossparkes und seiner Anlagen mit Wasser. (www.saalekreis.im-bild.org)