Holleben_Wappen_1

Die zuletzt stark verschuldete Familie Sack war im Jahre 1616 ungeteilter Besitzer aller vier großen Wirtschaften im Unter- und Oberdorf von Holleben. Den Güterbesitz ersteigerte meistbietend 1733 der preußische Kriegs- und Domänenrat Johann Paul Stecher. Sein jüngster Sohn, Johann Christoph von Stecher, nahm seine Wohnung auf dem Unterhof in Beuchlitz, wo er ein von einem Park umgebenes barockes Schlösschen aufführen ließ. Kleine Dreiflügelanlage aus dem 2. Viertel des 18 Jh., evtl. von David Schatz. Im 19. Jh. verändert (Treppenturm im Ehrenhof). Gartenseitege gliedert von elf Achsen mit einachsigem Mittel- und dreiachsigen Seitenrisaliten, das urspr. Mittelportal mit plastischer Kartusche. An der Nordseite urspr. freistehender Gartenpavillon (um 1725). (Quelle, Dehio, 1999) Ein Muschelzimmer, das im Auftrage des Majors Christoph von Billerbeck (1714–1790), Adjutant des Preußenkönigs Friedrich II. in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet worden sein soll, wurde dem Muschelsaal im Neuen Palais in Potsdam nachgebildet. Billerbeck war 1754 vom König beauftragt worden, eine Tochter der Stechers zu heiraten, um das vorhandene Vermögen bzw. einen Teil davon nach Preußen zu holen. Die preußische Staatskasse war auf das Äußerste angespannt. Aus der Ehe mit Rudolfine Karoline Wilhelmine von Stecher (1739-1801) gingen vier Söhne hervor. Im Taufregister von Beuchlitz im Jahr 1756 steht als erster Taufpate des ältesten Sohnes Friedrich Christoph von Billerbeck König Friedrich II. von Preußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Schlösschen Unterkunft für Flüchtlinge aus den Ostgebieten Deutschlands. Für die Sanierung oder Restaurierung hatte die Gemeinde kein Geld und das Gebäude war dem langsamen Verfall preisgegeben. Der Treppenturm an der Vorderseite des Schlösschens wurde Anfang des 21. Jahrhunderts abgerissen und mit einer Blende versehen. Nur das Dach wurde erneuert. Die auf der Rückseite des Schlösschens eingelassene Muschelgrotte wurde als Lagerfläche, unter anderem für Kohlen genutzt. Den Bewohnern der Gemeinde blieb sie verborgen. Erst 2005 bis 2007 begannen Freunde der Bau- und Kunstdenkmale Sachsen-Anhalt e. V. aus Halle an der Saale mit der Beseitigung von Verschmutzungen. Danach wurde die Grotte erstmals zum Tag des offenen Denkmals am 9.September 2007 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine Restaurierung hängt maßgeblich von der weiteren Nutzung des Schlösschens ab. (www.wikipedia.org)